Dienstag, 26. August 2014

[Rezension] "Perfekt ist jetzt" von Tim Tharp


Hardcover,  336 Seiten
ISBN 978-3-7348-5003-5
€ 16,95 [D]
Verlag: Magellan 

Sutter Keely genießt sein Leben in vollen Zügen: Er trinkt Bier am Morgen, wie andere Leute Kaffee, lebt in den Tag hinein und weigert sich, sich große Gedanken um seine Zukunft zu machen. Was bringt es schließlich sich Gedanken um Morgen zu machen, wenn man auch im Hier und Jetzt leben kann? Ein 7Up gemischt mit Whisky und alle Sorgen sind vergessen. Als Sutter eines verkaterten morgens in einem fremden Vorgarten aufwacht, trifft er auf die schüchterne Aimee. Obwohl sie das komplette Gegenteil von Sutter ist – liest lieber Bücher, als zu trinken, geht nie auf Partys und ist eine gute Schülerin – verstehen sich die beiden sofort prima. Sutter will es sich nicht eingestehen, aber er hat sich in dieses Mauerblümchen verliebt.

Sutter und Aimee lernen voneinander, allerdings nicht immer nur das Gute. Sutter zeigt Aimee die Welt von Partys, Alkohol und dem sorgenfreien Leben, während Aimee immer mehr in Sutters Welt abrutscht. Er meinte es nur gut mit ihr und will ihr zeigen, dass das Leben mehr zu bieten hat, als Comics und lernen. Allerdings bemerkt er zunächst nicht wie sehr Aimee sich verändert.

„Perfekt ist jetzt“ beschreibt auf erschreckende Weise, wie sehr Menschen das Leben eines anderen verändern können, sowohl ins Positive, als auch ins Negative. Viel erschreckender fand ich die Tatsache, wie Jugendliche, wie Sutter ticken. Ohne Alkohol nicht richtig in den Tag starten zu können, alle Probleme damit zu lösen und es vollkommen in Ordnung finden mit Alkoholeinfluss zu fahren, sind nur ein paar Dinge, die mir nicht gefielen. Im Buch wurde es so dargestellt, als wäre es vollkommen legitim und normal in dem Alter so zu handeln. Man ist schließlich nur einmal jung.
Was mir aber an dem Roman gefallen hat, waren die Gedanken von Sutter. Er hat einen guten Kern und will niemandem wirklich schaden. Vor allem nicht Aimee.
Aimee schafft es das Beste aus Sutter hervorzuholen, wobei sie allerdings zum Teil auf der Strecke bleibt. Denn genauso sehr, wie Aimee Sutter beeinflusst, tut er es auch mit Aimee. Sie wird immer mehr zum weiblichen Ebenbild von ihm.

Der Roman ist aus der Sicht von Sutter geschrieben. Dadurch bekommt der Leser einen guten Einblick in Sutters Leben, seine Gewohnheiten und sein Umfeld. In dem so sorglos scheinenden Jungen steckt allerdings noch mehr. Der Schreibstil ist ehrlich und direkt. So wie Sutter auch ist. Er hat zwar das Herz auf dem rechten Fleck, weiß jedoch nicht wo seine Grenzen sind und bekommt sein Leben nicht auf die Reihe. Egal wie viele Mädchen aufgrund seiner Verantwortungslosigkeit mit ihm Schluss machen, er macht genauso weiter wie bisher, ohne zu reflektieren oder sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Stattdessen belustigt er sich über die Kerle, die es geschafft haben eine Freundin zu halten, auf ihre Interessen einzugehen und einen Plan für ihr Leben zu entwickeln. Obwohl Sutter an sich ein herzensguter Mensch ist, konnte er meine Sympathie nicht ganz gewinnen.

Es ist wirklich schwierig für mich dieses Buch zu rezensieren, weil es sowohl positive, als auch negative Facetten aufweist. Eine absolute Leseempfehlung würde ich nicht aussprechen. Einige Dinge an der Handlung, wie die ständige Verherrlichung von Alkohol gefielen mir überhaupt nicht. Es wurde einfach ein zu zentrales Thema, sodass es mir schnell zu viel wurde.
Das Ende des Romans hat das Ruder jedoch noch ein stückweit umgerissen, sodass dieser gewisse Nachgeschmack, den ich während dem Lesen hatte, nicht blieb.


Eines kann ich abschließend auf jeden Fall sagen: „Perfekt ist jetzt“ ist ein Roman, der viel Diskussionsstoff bietet und die Meinungen spaltet. Meiner Meinung nach hat die Handlung viel mehr Potenzial. 
Ein Buch über das Erwachsenwerden, Gefühle und Freundschaft, aber auch über Enttäuschungen und Niederschläge. 3/5 Punkte von mir. 








Kommentare:

  1. Mhhh wenn das Buch das Gefühl erzeugt, dass der Leser den Lebensstil von sutter ablehnt, dann ist das doch eigentlich eine gute Prävention oder?
    Die Rezension hat mir sehr gefallen!

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    1. So hab ich das noch gar nicht gesehen. Man kann nur hoffen das der Großteil der Leser diesen Lebensstil ablehnt! :)

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