Montag, 10. August 2015

"Hier könnte das Ende der Welt sein" von John Corey Whaley | Rezension

Es gibt Jugendbücher, die liest man, genießt es solange die Geschichte andauert und vergisst diese schnell wieder. Bei diesem Jugendroman von John Corey Whaley kann mir das wohl nicht passieren: Ein berührender Roman, der im Kopf bleibt und Emotionen weckt. 
Ich habe diesen Roman ohne große Vorkenntnis oder besondere Erwartungen begonnen und wurde wirklich überrascht. Ich habe in "Hier könnte das Ende der Welt sein" einen Jugendroman gefunden, der mich aus den Socken gehauen hat. 
Tiefgründig, berührend und anders! 
 

216 Seiten | Buch: 15,90 € | Ebook: 11,99€ | ISBN 978-3-446-24507-5
Where Things come back | übersetzt von Andreas Jandl  | Hanser Literaturverlag









Cullum muss sich bald wieder die langweiligen Sommerferien in der verschlafenen Kleinstadt Lily vertreiben. Cullum kann sich nicht vorstellen, wie jemand freiwillig nach Lily ziehen kann.
In letzter Zeit häufen sich die merkwürdigen Todesfälle in der Kleinstadt Lily. Für Cullum beginnt alles als er die Leiche seines Cousins Oslo identifizieren muss. Es ist keine leichte Zeit für ihn und seine Familie. Vor allem seine Tante Julia ist am Boden zerstört. Richtig merkwürdig wird es aber, als der dritte Freund des beliebtesten Mädchens der Schule Ada in einen schweren Unfall verwickelt wird. Die ersten beiden Freunde von Ada kamen bei den Unfällen ums Leben, der dritte landet im Rollstuhl. Ihr Ruf als "schwarze Witwe" dreht seine Runden und macht Ada nur noch mysteriöser. Cullum hält es trotzdem nicht davon ab, heimlich in Ada verliebt zu sein. 
Als dann auch noch ein merkwürdiger Kerl in Lily ankommt und behauptet eine ausgestorbene Spechtart in Lily gesehen zu haben, glaubt Cullum die Leute drehen jetzt komplett durch. In der Kleinstadt geht eine wahre Specht-Welle umher. Alles dreht sich nur noch um den Specht und seinen möglichen Entdecker. Jedenfalls bis Cullums Bruder Gabriel eines Tages spurlos verschwindet...

John Corey Whaley schafft mit diesem Roman eine ganz besondere Geschichte, rund um eine besondere Stadt und seine Bewohner. Er schreibt auf eine besondere und eindrucksvolle Art und Weise, die mich an manchen Stellen an John Greens Schreibstil erinnerte. Ich konnte förmlich durch das Buch rauschen, da die kurzen und spannenden Kapitel mich immer wieder dazu anregen konnten weiterzulesen. 

Mir hat die Umsetzung dieser Geschichte rund um Cullum, die Kleinstadt Lily und das spurlose Verschwinden seines geliebten 15-jährigen Bruders Gabriel, sehr gut gefallen. Auch wenn es in dieser Zusammenfassung so wirken könnte, als würden viele unzusammenhängende und wirre Dinge thematisiert, ist dies im Roman alles andere als wirr. John Whaley erzählt eine spannende und besondere Geschichte, die sich Stück für Stück zusammensetzt und in sich geschlossen ist. Die Emotionen, die mit dem Verschwinden von Gabriel einhergingen, konnten mich sehr berühren.

"Hier könnte das Ende der Welt sein" ist ein beeindruckender Jugendroman, der berührt und im Gedächtnis bleibt. Der tolle Schreibstil und die emotionale Geschichte rund um das Verschinden eines Jugendlichen in einer Kleinstadt, in der in letzter Zeit häufiger merkwürdige Dinge geschehen konnte mich sehr überzeugen! 

Fazit: Sehr gut!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen