Mittwoch, 18. Mai 2016

"Die wundersamen Abenteuer der Galina Petrowna" von Andrea Bennett

Andrea Bennett lebte bereits in Großbritanien und Russland und befördert uns mit ihrem Debütroman "Die wundersamen Abenteuer der Galina Petrowna" mitten in das russische Leben. Das wunderschöne Cover hat mich auf den ersten Blick direkt angesprochen, auch der Klappentext hat mir sehr zugesagt. Allerdings konnte ich mit dem Inhalt zwischen den Buchdeckeln nicht besonders warm werden.

Verlag: Goldmann Verlag Seitenanzahl: 352 Seiten ISBN: ISBN: 978-3-442-31412-6 Erscheinungsdatum: 14.03.2016 Originaltitel: Galina Petrovna's Three-Legged Dog Story ÜbersetzerIn: Eva Kemper  
Bewertung: ★☆☆☆☆
Inhalt | "Galina Petrowna ist seit vielen Jahren verwitwet und lebt in einer kleinen Stadt in der russischen Provinz. Beherzt schlägt sie sich durch den Alltag, stets begleitet von ihrer geliebten dreibeinigen Hündin Boroda. Doch eines Tages wird Boroda von einem Tierfänger entführt, einem finsteren Gesellen, der im Auftrag der Föderation arbeitet. Als Galinas Verehrer Wasja versucht die Hundedame freizukaufen, wird er kurzerhand wegen Bestechung verhaftet. Galina ist wild entschlossen, ihn und Boroda zu befreien, und macht sich zusammen mit ihrer exzentrischen Freundin Soja auf eine Rettungsmission, die sie mitten ins abenteuerliche Moskau führt ..." (Klappentext - Goldmann Verlag)

Wir lernen gleich zu Beginn das sehr graue und eintönige Leben der Galina Petrowna kennen, die hin und wieder im Altersheim Vorträge über Gemüse hält und sich am liebsten mit ihrer dreibeinigen Hündin Boroda beschäftig. Sie sieht in der Hündin vielmehr eine Freundin, als ihren Besitz. Darum ist für sie auch ein Halsband ein absolutes Tabu. Doch diese Denkweise wird Galina schnell zum Verhängnis, als der Hundefänger der Stadt Boroda in seine Fänge reißt. Ich habe wirklich gedacht, dass dieser einschneidende Moment in Galinas Leben dazu führt, dass sie ihre "wundersamen Abenteuer" erlebt. Leider war davon nichts zu spüren. Die eigentliche, wenn auch nicht sonderlich abenteuerliche Reise von Galina und ihrer besten Freundin Soja ging erst ab Mitte des Romans los. Zugegebenermaßen, war dies schon eine kleine Enttäuschung für mich. Diese erste Hälfte des Romans konnte mich wirklich nicht begeistern, sodass ich leider ziemlich lange Zeit gebraucht habe, um dieses Buch zu beenden.

Die im Titel versprochenen Abenteuer haben dann auch auf sich warten lassen...im Grunde genommen warte ich immer noch. Nachdem sich Galina dazu aufgerafft hat nach Moskau zu reisen und Boroda und Wasja zu befreien, begann der erst einmal der langweilige Part. Eine lange Zugfahrt und ein ebenso langer Aufenthalt beim Amt sind nicht die Plätze, die ich mit einem Abenteuer verbinde.

Lediglich das Ende konnte mir dann doch das eine oder andere schmunzeln entlocken, aber leider war das schon viel zu spät, um meine Meinung über diesen Roman zu ändern. Die Charaktere konnten keine Sympathiepunkte erhalten. An Galina kam ich nicht wirklich heran und auch an ihre Reisegefährtin Soja nicht. Sie wurden nur sehr oberflächlich beschrieben und wenn einmal etwas interessantes in den Raum geworfen wurde, was die Charaktere spannender gemacht hätte, wurde dies gleich im Keim erstickt. Zum Glück hat sich die Geschichte nicht nur mit Galina beschäftigt, sondern ist auch zu anderen Charakteren, wie dem inhaftierten Wasja oder dem Hundefänger Mitja gesprungen, sodass man nicht das gesamte Buch über nur an Galina gebunden ist. Die Nebencharaktere konnten zwar auch nicht durch Symphatie glänzen, haben dem Roman aber auch ein paar andere Perspektiven geben können.

Nichts desto trotz konnten mir Galinas Abenteuer keine schlaflosen Nächte bereiten. Eine Schlaftablette würde bei diesem Roman eher zutreffen. Ich konnte weder mit den Charakteren, noch mit der Handlung richtig warm werden. Ich hatte mich zu Beginn auf große Entwicklungen der Charaktere gefreut, die durch Borodas Entführung und Wasjas Verhaftung aufgerüttelt werden und aus ihrem grauen Alltag gerissen werden und denen auf ihrer abenteurlichen Reise bewusst wird, dass das Leben mehr zu bieten hat, als Vorträge im Altersheim. Die Idee von Andrea Bennett gefällt mir wirklich sehr gut, doch ich hätte mir wirklich einen anderen Weg gewünscht.

Herzlichen Dank an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar!

Eine andere Rezension zu "Die wundersamen Abenteuer der Galina Petrowna" findet ihr hier: Tasmetu 

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